Einwohner in Panik: „Asylant“ betritt Oberwil-Lieli

4. Mai 2016 | Von | Kategorie: Schweiz

Ganz schön farbig. Also die Wand hinter dem Mann.

Ganz schön farbig. Also die Wand hinter dem Mann.

Oberwil-Lieli (den) — Astrid Wyler ist noch immer komplett aus dem Häuschen. Ihre Hände zittern, während sie nervös an einer Dose Pfefferspray herumspielt. Am Mittwochmorgen hat die 82-Jährige erstmalig einen „Andersfarbigen“ in ihrem Heimatdorf erblickt. „Ich war gerade in der Landi am einkaufen, da sah ich ihn. Zu erst dachte ich, es sei einer dieser Solariumgänger. Ich habe gehört, dass die Jungen das heute so machen. Aber er dünkte mich schon ziemlich dunkel. Dann ging plötzlich alles ganz schnell.“

Eine Kundin soll „Da ist ein Neger im Laden“ geschrien haben. „Wir rannten alle panisch aus dem Geschäft, sogar die alte Susi Gmünder, und die ist auf einen Rollator angewiesen.“ Auch die Angestellten hätten den Laden verlassen und sich im Dorf versteckt. „Wie durch ein Wunder wurde niemand erschossen und keine Frau vergewaltigt“, sagt Wyler mit zittriger Stimme. Auch die Landi stehe noch und es fehle nichts. Dennoch müsse jetzt dringend etwas unternommen werden. „Im Minimum braucht es einen Stacheldraht rund ums Dorf. Und es dürfte wohl auch nicht schaden, wenn die Bauern nachts mit brennenden Fackeln und Mistgabeln patrouillieren.“

Hände waschen nach Hautkontakt

Erst kürzlich schrammte die Gemeinde haarscharf an einer Katastrophe vorbei. Beinahe hätte sie 10 Asylanten aufnehmen müssen. Auch Astrid Wyler ist froh, dass es nicht so weit kommt. „Ich habe keine Berührungsängste mit Ausländern. Ich kann mir nach dem Hautkontakt ja die Hände waschen.“ Trotzdem müsse die Überfremdung in ihrem Dorf nicht sein. „Wir haben schon genug Ausländer. Mein Nachbar ist aus dem Tessin!“

Wie der Enthüller mittlerweile in Erfahrung bringen konnte, handelt es sich beim vermeintlichen Asylanten aus Oberwil-Lieli um den 31-jährigen Kevin Ruckstuhl aus dem zwei Kilometer entfernten Bremgarten. Oberwil-Lieli habe er bisher immer umfahren, weil es da so nach Kuhmist stinke, sagt der Schweizer mit kenianischen Wurzeln. Allerdings habe er einem Kollegen beim Zügeln helfen wollen und habe kurz davor noch bei der Landi halt gemacht. Dass er für Panik gesorgt hat, kann er nicht verstehen. „Sonst reagieren Schweizer anders, wenn sie einen Dunkelhäutigen sehen. Normalerweise muss ich einfach ständig die ID zeigen.“

 

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9 Kommentare auf "Einwohner in Panik: „Asylant“ betritt Oberwil-Lieli"

  1. Andri C sagt:

    Danke für den letzten Satz! Den auch ausserhalb von Oberwil-Lieli hat der, wohl fiktive, Kevin Probleme in der Schweiz, rein aufgrund seiner Hautfarbe, was ich beschämend finde.

  2. Hallo sagt:

    Selten so gelacht!

  3. Hughes Gary sagt:

    Was für ein Pack paranöische Füdliburger !

  4. Dominik Latour sagt:

    Mein Gott, dass es sowas überhaupt gibt. Ich frage mich schon in welchem Jahrhundert die (Mehrheit der) Leute von Lilie (wohl abgeleitet von «Lilie») leben. Panik im Shop eines «Negers» wegen – der nota bene erst noch ein Schweizer ist 😉

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